Die Bavaria-Saat stellt sich den Herausforderungen der Zukunft!

Mit einem umfangreichen Neuzuchtprogramm wird versucht, den ständig sich ändernden Anforderungen der Kartoffelmärkte gerecht zu werden. Hier fordert z. B. der Klimawandel trockenresistente Sorten. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Virusresistenz von Sorten gelegt.

Durch aufwändige Erhaltungszuchttechniken werden diese Sorten gesund erhalten.

KARTOFFELNEUZUCHT

Oberstes Ziel der Bavaria-Saat ist es, leistungsfähige Sorten folgender Verwertungsrichtungen zu züchten:

  • Qualitätsspeisesorten für alle Reifegruppen
  • Veredelungssorten
  • hochertragreiche, robuste Stärkesorten

Folgende Resistenzeigenschaften werden bei der Selektion von Zuchtstämmen besonders berücksichtigt:

  • breite Nematodenresistenz
  • Krebsresistenz
  • Virusresistenz
  • Kraut- und Braunfäuleresistenz
  • Widerstandsfähigkeit gegen Lagerfäulen

Die Resistenzprüfungen werden zum Teil in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising/ Weihenstephan durchgeführt.

Da das Zuchtmaterial in den ersten 3 Jahren im Freiland auf leichten Standorten angebaut wird, sind gute Selektionsmöglichkeiten hinsichtlich Schorf und Trockenheitstoleranz möglich.

Der Züchtungsumfang der Bavaria-Saat richtet sich nach folgendem Zuchtschema:

JAHRUMFANG
1300 – 400 Kreuzungen
280.000 – 100.000 Sämlinge im Gewächshaus
360.000 – 70.000 Einzelstauden = Ramsche
43.000 – 4.000 Zuchtstämme (A-Stämme)
5500 – 600 Zuchtstämme (B-Stämme)
680 – 150 Stämme in Mikroprüfung, C-Stämme
730 – 50 Stämme in Stammesprüfung 1, D-Stämme
815 – 20 Stämme in Stammesprüfung 2, E-Stämme
92 – 4 Stämme in Wertprüfung 1 Bundessortenamt
101 – 3 Stämme in Wertprüfung 2 Bundessortenamt
111 – 2 Sortenzulassung nach Prüfung des landeskulturellen Wertes

KARTOFFELERHALTUNGSZUCHT

Der Umfang der Erhaltungszucht richtet sich nach der jeweiligen Marktbedeutung der Sorten. Die Sorten der Bavaria-Saat werden ausschließlich durch schnelle Vermehrung nach in-vitro-Kultur erhalten.

Auch hier wird mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft kooperiert.

Diese Methode gewährleistet einen absolut bakterien- und virusfreien Pflanzgutnachschub.

Die Erhaltungszucht erfolgt nach folgendem Schema:

JAHR
1Anzucht von in-vitro Pflanzen unter sterilen Bedingungen.
Anbau der G1 – Knollen in Gewächshäusern.
2Anbau der G2 – Knollen in Gazetunnels bzw. unter Vlies
3Anbau der G3 – Knollen unter Vlies
Ernte als Vorstufenpflanzgut
4Vermehrungsanbau im Zuchtbetrieb oder ausgewählten Oberstufenbetrieben in Gesundlagen als Basispflanzgut Klasse S, SE oder E
5Vermehrungsbetrieb, Erzeugung von Pflanzgut Klasse A

Die ersten drei Erhaltungszuchtjahrgänge werden somit vollständig zur Abwehr von Blattläusen unter mechanischem Schutz gestellt.

Dies geschieht derzeit auf einer Fläche von ca. 4.000 m² im Gazetunnel bzw. 14 ha Vliesflächen auf den 4 Betrieben der Bavaria-Saat.

Mit dieser Methode wird der Einsatz von Insektiziden erheblich reduziert.